{"id":9291,"date":"2022-01-16T20:32:56","date_gmt":"2022-01-16T19:32:56","guid":{"rendered":"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=9291"},"modified":"2022-01-17T16:24:17","modified_gmt":"2022-01-17T15:24:17","slug":"wenn-fremde-kinder-nerven","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=9291","title":{"rendered":"Wenn fremde Kinder nerven"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=9291\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-9288\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront-150x150.png\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"119\" srcset=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront-150x150.png 150w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront-300x300.png 300w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront-768x764.png 768w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront-144x144.png 144w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Kinderfront.png 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 120px) 100vw, 120px\" \/><\/a>Dass die eigenen Kinder ihren Eltern hin und wieder auf den Sack gehen, ist absolut angebracht. Schliesslich strapazieren die Erziehungsberechtigen die Nerven ihrer Nachkommen, gerade in Pubert\u00e4tszeiten, ebenfalls aufs \u00c4usserste. Aber d\u00fcrfen einem auch fremde Kinder Verdruss bereiten?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beim nachfolgenden Text handelt es sich nicht nur um eine gedankliche Spielerei auf 2&#8217;000 Metern \u00fcber Meer, sondern auch um eine schonungslose Schilderung meines journalistischen Scheiterns. Erhielt ich doch vor etlichen Jahren aus heiterem Himmel die Gelegenheit, im Papablog des Tages-Anzeigers mitschreiben zu d\u00fcrfen! Die damalige Hauptverantwortliche der Kolumne wurde \u00fcber diese Logor\u00f6-Seite auf mich aufmerksam und teilte mir mit, dass ich sicher gut ins Format und ins Team passen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Es war die klassische Tellerw\u00e4scher-wird-Million\u00e4r-Geschichte, mit dem einzigen Unterschied, dass ich danach souver\u00e4n kein einziges Geschirrst\u00fcck absp\u00fclte. Ich versemmelte es sensationell! Voller Euphorie setzte ich mich an den Computer und wollte gleich mal f\u00fcnfzig Artikel auf Vorrat schreiben, entdeckte dann aber eine formidable Online-Poker-Seite, wo ich in den kommenden drei Monaten mein Startkapital von zwei Millionen Jetons auf \u00fcber eine Milliarde vermehrte. Dass es sich dabei um Spielgeld handelte, versteht sich von selbst. Und auch nachdem ich meinen Poker-Account\u00a0 gel\u00f6scht hatte, k\u00fcmmerte ich mich praktisch um alles, bloss nicht um die Chance meines Lebens.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren wollte ich es dann doch noch wissen und sandte unterw\u00fcrfig und dem\u00fctig das nachfolgende Manuskript mit dem Titel &#8222;Wenn fremde Kinder nerven&#8220; als Antwort auf die nette E-Mail der Tagi-Verantwortlichen ein. &#8222;Hey, hier ist Staromat. Sorry, dass ich mich mal so eben ein halbes Jahrzehnt nicht gemeldet habe, aber anbei h\u00e4tte ich nun einen pfannenfertigen Artikel f\u00fcr euch.&#8220;<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich erhielt ich postwendend eine Antwort des Tages-Anzeiger-Mailservers mit dem Hinweis, dass die adressierte Person nicht mehr bei ihnen arbeiten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Von verzweifeltem Ehrgeiz angestachelt, sandte ich die Nachricht an die Haupt-Mailadresse des Mamablogs, danach an einzelne Redaktor:innen. Da eine Antwort ausblieb, ging ich bei der Tages-Anzeiger-Redaktion vorbei und reichte meinen Text zusammen mit einem kleinen Begleitschreiben pers\u00f6nlich ein.<\/p>\n<p>Kurz vor der Einleitung eines Stalking-Verfahrens gab ich resigniert auf. Vom Tages-Anzeiger habe ich nie eine Reaktion erhalten. Ob sie ihr Antwortverhalten ganz einfach dem meinigen anpassten? Wie du mir, so wir dir? Oder lag es vielleicht doch am Text? D\u00fcrfen fremde Kinder nicht einmal in einer Kolumne nerven?<\/p>\n<p>Ach, lest und entscheidet am besten selbst. Viel Vergn\u00fcgen!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-307\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"10\" \/><\/p>\n<h3 style=\"text-align: center;\">Wenn fremde Kinder nerven<\/h3>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Ein gewagtes Experiment auf 2&#8217;000 Metern \u00fcber Meer<\/strong><\/p>\n<p>Seit \u00fcber 20 Jahren verbringen wir jeden Herbst zusammen mit Freunden eine Woche in einer heimeligen Bergh\u00fctte auf der Engstligenalp. Im Leben vor den Kindern am\u00fcsierten wir uns jeweils bis tief in die Nacht hinein mit Gesellschaftsspielen, erschreckten einander zu Tode mit \u00fcblen Streichen und erfanden beim Fondue-Essen die pr\u00e4chtigsten Asterix-Strafen f\u00fcr die armen Brotverlierer:innen. Da mittlerweile die meisten von uns neben Schlafsack, Zahnb\u00fcrste und viel Proviant auch Nachwuchs mit auf die Alp bringen, hat sich unser Aufenthalt in den Bergen jedoch markant ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Die Gesellschaftsspiele sind geblieben, wir gewinnen oder verlieren sie jetzt einfach gemeinsam. Die Streiche wie auch die Fondue-Ideen haben massiv an B\u00f6sartigkeit eingeb\u00fcsst und &#8222;bis tief in die Nacht hinein&#8220; meint neu 21.45 Uhr. Dann ist Lichterl\u00f6schen. Nat\u00fcrlich nicht wegen der Kinder, die w\u00fcrden locker noch l\u00e4nger durchhalten.<\/p>\n<p>Auf eben dieser Engstligenalp wurde vergangenen Herbst definitiv der Satz meines Jahres ausgesprochen. Zusammen mit einem guten Freund spazierte ich gem\u00fctlich \u00fcber die Ebene, als er aus dem Nichts heraus meinte: &#8222;L\u00e4ck Bobby, h\u00fct sind mir dini Chind mal wieder so richtig uf d\u00e4 Sack gange!&#8220;<\/p>\n<p>Mit einem Mal war ich Feuer und Flamme f\u00fcr unser Gespr\u00e4ch. Dies waren Worte, die ich so noch nie geh\u00f6rt habe! In meinem bisherigen Weltbild gingen Kinder in erster Linie den eigenen Eltern auf die Nerven. Und nun diese Aussage! Definitiv Neuland. Wir betraten unerforschtes Gebiet.<\/p>\n<p>Sofort sprudelte meine Fragequelle los wie ein mit Kohlens\u00e4ure gef\u00fcllter Jacuzzi. Was meine Kids denn getan h\u00e4tten? Ob er sie zurechtgewiesen habe? Auf welche Art und Weise er dies unternommen habe und wie sie darauf reagiert h\u00e4tten?<\/p>\n<p>Leider stellte sich bereits nach wenigen Sekunden heraus, dass er gar nicht von <em>meinen<\/em>, sondern von <em>seinen<\/em> Kindern gesprochen und ich lediglich einen Buchstaben falsch verstanden hatte. Mini Chind, Dini Chind. Das kann schon mal vorkommen, es ist auch arg windig auf der Engstligenalp.<\/p>\n<p>Back to the roots also. \u00dcber die eigenen Kinder darf lamentiert werden, niemals jedoch \u00fcber diejenigen eines anderen Anwesenden! Das ist vergleichbar mit einem Gespr\u00e4ch mit einer Frau \u00fcber deren Aussehen. Sagt diese, dass sie heute mal wieder f\u00fcrchterlich aussehe, so darf sie dies knallhart so formulieren, du hingegen liegst bereits mit einem abwiegelnden &#8222;Ach nicht doch, vielleicht hast du bloss etwas Augenringe&#8220; way over the line! Wer in ein solches Gespr\u00e4ch ger\u00e4t, sollte schleunigst das Weite suchen.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck auf die Alp. W\u00e4hrend sich mein Spaziergenosse also Fettn\u00e4pfchen-gefahrlos \u00fcber die eigenen Kinder beklagte, fragte ich mich, weshalb diese heilige Kuh eigentlich so selten gemolken w\u00fcrde. Als Eltern tragen wir doch ohnehin permanent unsere Mein-Kind-ist-super-so-wie-es-ist-und-sonst-handelt-es-sich-nur-um-eine-Phase-Brille. Es w\u00e4re doch \u00e4usserst spannend, einmal zu erfahren, welches &#8222;Entwicklungspotential&#8220; andere in meinen Kindern sehen.<\/p>\n<p>Aber k\u00f6nnte ich eine konkrete Kritik am eigenen Nachwuchs auch akzeptieren? W\u00fcrde ich nicht doch mit Gegenargumenten ins Feld ziehen? Die Kinder auf Teufel komm raus verteidigen? Oder gar der Verlockung verfallen, einen heimt\u00fcckischen Gegenangriff zu lancieren? Okay Buddy, meine Tochter mag vielleicht ihre Fehler haben, aber dein Sohn ist auch nicht gerade eine Leuchte!<\/p>\n<p>Ich nahm mir fest vor, am Abend eine kleine Feldforschung in Angriff zu nehmen. Sobald die Kinder mit Comic-Heften, B\u00fcchern oder wahrscheinlich doch eher Mobiltelefonen in den Betten l\u00e4gen, m\u00fcsste jede erwachsene Person f\u00fcr jedes Kind der anderen ein Attribut aufschreiben, welches ihr an diesem missf\u00e4llt. Joker g\u00e4be es keine. Danach w\u00fcrden die Diss-Listen gemeinsam ausgewertet. Die Emotionen w\u00fcrden sicherlich heiss gekocht werden. Wahrscheinlich k\u00e4me es zu Tr\u00e4nen und Handgreiflichkeiten. Die Engstligenalp stellte f\u00fcr ein Experiment dieser Art den perfekten Ort dar. Die Gondel ins Tal f\u00e4hrt jeweils erst am n\u00e4chsten Morgen wieder.<\/p>\n<p>Ein grossartiger Plan war geboren und ich h\u00e4tte ihn auch garantiert in die Tat umgesetzt, doch leider fielen mir p\u00fcnktlich um 21.45 Uhr die Augen zu und unsere Herbstferien fanden ein harmonisches und gefahrenloses Ende.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-307\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"10\" \/><\/p>\n<p><em>Kinder, Kinder, Kinder! Patzigste Gesch\u00f6pfe, die locker und unbeschwert h\u00f6chste Gl\u00fccksgef\u00fchle und tiefste Wahnsinnszust\u00e4nde ausl\u00f6sen &#8211; meist sogar im gleichen Atemzug!<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?cat=9\"><em>Hier geht&#8217;s zu allen Kinderfront-Texten!<\/em><\/a><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-307\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"10\" \/><\/p>\n<p><em>Logor\u00f6 auf Instagram folgen?<br \/>\nKlicke auf folgenden Schnappschuss:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/star_o_mat\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-9298\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-150x150.png\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-150x150.png 150w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-300x300.png 300w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-1024x1024.png 1024w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-768x768.png 768w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder-144x144.png 144w, https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/Fremde-Kinder.png 1202w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass die eigenen Kinder ihren Eltern hin und wieder auf den Sack gehen, ist absolut angebracht. 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