{"id":744,"date":"2008-11-10T08:01:30","date_gmt":"2008-11-10T07:01:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.logoroe.ch\/?p=744"},"modified":"2022-01-16T22:24:52","modified_gmt":"2022-01-16T21:24:52","slug":"willst-du-mit-mir-njamm-njamm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=744","title":{"rendered":"&#8222;Willst du mit mir njamm njamm?&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Seit mittlerweile 15 Monaten\u00a0existieren in meiner Welt keine K\u00fche, keine Schmerzen und auch keine Autos mehr. Ich nenne diese Dinge nur noch Muuuhs, Bobos und Tuut-tuuts. Wenn das so weiter geht, versteht mich bald die eigene Tochter nicht mehr&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Degeneration des elterlichen Wortschatzes verl\u00e4uft entgegengesetzt parallel zur Entwicklung des kindlichen. Das erste Symptom ist das permanente Verwenden der Verkleinerungsform: B\u00fcsi, Omeli, R\u00f6ssli\u00a0etc. Speziell abstrakt wirkt dies im Zoo, wenn man vor einem 5-Tonnen-Vieh steht und dieses als &#8222;Elef\u00e4ntli&#8220; bezeichnet.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes setzt die korrekte Aneinanderreihung der Satzteile aus. &#8222;H\u00e4sch gseh det\u00e4 das Z\u00fcgli?&#8220;, &#8222;H\u00e4sch n\u00f6d gern die R\u00fcebli?&#8220; oder &#8222;Chum zieh&#8217;s Ch\u00e4ppli a. H\u00e4sch warm d\u00e4nn am Ch\u00f6pfli du.&#8220;<\/p>\n<p>Dann kommt die Sache mit den Namen. Dies beginnt relativ harmlos, indem man eines Tages seine Frau aus Versehen mit dem Namen der Tochter anspricht (immer noch besser als mit dem Namen der eigenen Mutter, aber das ist eine andere Geschichte). Etwas sp\u00e4ter verwendet man den Namen des Kindes erst f\u00fcr alle anderen Kinder und schliesslich konsequent f\u00fcr alle Personen.<\/p>\n<p>Sobald das Kind dann selbst zu sprechen beginnt, ist man komplett verloren. Die ersten gesprochenen Worte (oder Wortteile) werden dermassen oft enthusiastisch von den Eltern wiederholt, dass sich der Nachwuchs wohl w\u00fcnscht, sie nie ausgesprochen zu haben. Ich frage zum Beispiel meine Tochter nie mehr, ob sie ein &#8222;Mandarinli&#8220; m\u00f6chte (obwohl sie das bestens verstehen w\u00fcrde), nein, ich sage nur noch &#8222;Willst du ein Dlinli?&#8220;.<\/p>\n<p>Das geht dann soweit, dass man das Kind gar nicht mehr ben\u00f6tigt, um sich kindisch zu verhalten. Im B\u00fcro stand ich nun doch schon einige Male kurz davor,\u00a0KollegInnen zu fragen, ob sie schon zum njamm njamm abgemacht h\u00e4tten. Oder wenn ich irgendwo einen Hund sehe, denke ich automatisch sofort &#8222;lueg emal d\u00e4 Wau-Wau!&#8220;, egal ob ich die Tochter mit dabei habe oder nicht.<\/p>\n<p>Vielleicht liegt genau hier auch der Wau-Wau begraben, weshalb Eltern sich mit kinderlosen Freunden oft nicht mehr wirklich unterhalten k\u00f6nnen. Es sind nicht die unterschiedlichen Interessen oder dass man mit ihnen\u00a0den Mein-Kind-kann-schon-Was-kann-deines-bereits-Dialog nicht f\u00fchren kann. Es ist f\u00fcr uns schlicht und einfach zu anstrengend geworden, uns l\u00e4ngere Zeit in einem verst\u00e4ndlichen Deutsch ausdr\u00fccken zu m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-307\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"10\" \/><\/p>\n<p><em>Kinder, Kinder, Kinder!\u00a0 Patzigste Gesch\u00f6pfe, die locker und unbeschwert h\u00f6chste Gl\u00fccksgef\u00fchle und tiefste Wahnsinnszust\u00e4nde ausl\u00f6sen &#8211; meist sogar im gleichen Atemzug!<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?cat=9\"><em>Hier geht&#8217;s zu allen Kinderfront-Texten!<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mittlerweile 15 Monaten\u00a0existieren in meiner Welt keine K\u00fche, keine Schmerzen und auch keine Autos mehr. Ich nenne diese Dinge nur noch Muuuhs, Bobos und Tuut-tuuts. 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