{"id":2214,"date":"2009-10-05T12:36:09","date_gmt":"2009-10-05T11:36:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.logoroe.ch\/?p=2214"},"modified":"2021-12-21T21:56:08","modified_gmt":"2021-12-21T20:56:08","slug":"and-the-oscar-goes-to","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=2214","title":{"rendered":"And the Oscar goes to&#8230;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=2214\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-2092 size-thumbnail\" title=\"vor-dem-buro\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2009\/04\/vor-dem-buro.jpg\" alt=\"\" width=\"120\" height=\"120\" \/><\/a>Sollte es je einen Film \u00fcber meine bewegte Zeit im Vorb\u00fcro geben, w\u00fcsste ich bereits, wie dieser beginnen w\u00fcrde: Sp\u00e4tabends sitze ich (gespielt von Brad Pitt oder leider wohl doch eher von Philip Seymour Hoffman) noch alleine am Computer und &#8222;arbeite&#8220;. Pl\u00f6tzlich macht es zack! und alles wird dunkel. Ich muss mich offenbar mehrere Minuten nicht mehr bewegt haben, sodass sich das automatische Licht abgeschaltet hat. Um die Lampen wieder zu aktivieren, winke ich kurz ins Leere und mit der Einblendung &#8222;based on a true story&#8220; startet dann der Film.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ohnehin w\u00fcrde sich das Ganze eher im Genre der Kom\u00f6die abspielen denn als seri\u00f6ser Dokumentarfilm durchgehen. So zum Beispiel in der Szene, in welcher mir &#8211; frisch bei der Staatsanwaltschaft angestellt &#8211; von einem Polizisten am Telefon der Name eines Angeschuldigten durchgegeben wird. Eifrig notiere ich &#8222;Martha Ulrich Siegfried Theodor Emil Richard&#8220; und frage dann irritiert nach, ob der Junge wirklich so viele Vornamen habe.<\/p>\n<p>Unterlegt mit einer geheimnisvollen Melodie g\u00e4be es auch eine Einstellung f\u00fcr die Freunde von Horrorfilmen: Ich muss jemandem anrufen und w\u00e4hle die Nummer. Das Telefon macht keinen Wank und gibt weiter unbeirrt den Summton wieder. Verwirrt lege ich auf und will im Computer die Nummer \u00fcberpr\u00fcfen. Dort steht diese bereits im ge\u00f6ffneten Worddokument! Eine G\u00e4nsehaut \u00fcberzieht meine Arme, bis ich realisiere, dass ich die Nummer zuvor auf der Computer- statt auf der Telefontastatur gew\u00e4hlt habe.<\/p>\n<p>Auch kapitalere Fettn\u00e4pfchen f\u00e4nden ihren Platz: Vor einer Einvernahme f\u00fchre ich die zu befragende Angeschuldigte (attraktiv, Mitte 20ig) ins Staatsanwaltsb\u00fcro mit den Worten: &#8222;Es ch\u00f6nnt echli l\u00e4nger gah, vo dem her w\u00e4r\u2019s besser, wenn Sie sich w\u00fcrded uszieh \u2013 also d\u00e4 Mantel mein ich nat\u00fcrlich.&#8220;<\/p>\n<p>Nicht fehlen d\u00fcrfte die legend\u00e4re Geschichte, in welcher ich zum ersten Mal in meinem Leben aus einem Restaurant geflogen bin: Zusammen mit zwei Sekret\u00e4rinnen und einem Staatsanwalt wollen wir in einem Z\u00fcrcher Restaurant bestellen. Der Staatsanwalt erkundigt sich, ob er denn beim Men\u00fc 3 statt Thon Schinken auf der Pizza haben k\u00f6nnte. Die Serviertochter verneint dies, worauf er brav etwas anderes bestellt, sich jedoch den Zusatz &#8222;Das letzte Mal ging das aber noch&#8220; nicht verkneifen kann. Sofort bricht sie die Bestellaufnahme ab und l\u00e4sst uns fragend sitzen. Eine Minute sp\u00e4ter kommt der Koch an unseren Tisch und wir warten gespannt auf sein Vermittlungsgeschick. Er begr\u00fcsst uns kurz auf Italienisch und erkundigt sich dann: &#8222;Haben Sie bestellt Schinken statt Thon?&#8220; Der Herr Staatsanwalt bejaht kurz, worauf des Kochs Finger sofort auf die T\u00fcre zeigt. &#8222;Also, use!&#8220; Konsterniert verlassen wir das Restaurant, welches \u00fcbrigens den treffenden Namen &#8222;Ciao&#8220; trug und heute nicht mehr existiert.<\/p>\n<p>Aus lauter solcher Szenen w\u00e4re der gesamte Film zusammengestellt. Ob er das Potential f\u00fcr einen Blockbuster besitzen w\u00fcrde? Ich wage es zu bezweifeln. Mit einem Happy End sollte er jedoch schon versehen sein, schliesslich befinde ich mich noch immer mitten in der Action&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-307\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"10\" \/><\/p>\n<p><em>Die Kolumne &#8222;Vor dem B\u00fcro&#8220; erschien von 2009 bis 2013 in der Letzten Pendenz, dem Mitarbeiter-Magazin der Staatsanwaltschaft Z\u00fcrich. Staromat schilderte darin die Welt der Justiz aus den Augen einer m\u00e4nnlichen Sekret\u00e4rin.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?cat=29\"><em>Hier geht&#8217;s zu allen Vor-dem-B\u00fcro-Kolumnen!<\/em><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sollte es je einen Film \u00fcber meine bewegte Zeit im Vorb\u00fcro geben, w\u00fcsste ich bereits, wie dieser beginnen w\u00fcrde: Sp\u00e4tabends sitze ich (gespielt von Brad Pitt oder leider wohl doch eher von Philip Seymour Hoffman) noch alleine am Computer und &#8222;arbeite&#8220;. Pl\u00f6tzlich macht es zack! und alles wird dunkel. 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