{"id":108,"date":"2007-01-09T21:55:04","date_gmt":"2007-01-09T19:55:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.logoroe.ch\/?p=108"},"modified":"2021-12-23T11:06:15","modified_gmt":"2021-12-23T10:06:15","slug":"hurra-ich-bin-reich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=108","title":{"rendered":"Hurra! Ich bin reich!"},"content":{"rendered":"<p>Da das seit langem erwartete 2-Milliarden-Dollar-\u00dcbernahme-Angebot f\u00fcr Logor\u00f6.ch bisher nicht eingetroffen ist, musste ich einen anderen Weg zum Reichtum suchen. Ich fand ihn ziemlich schnell. Es gen\u00fcgte, meine Mailbox zu \u00f6ffnen&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Beinahe h\u00e4tte ich vor zwei Wochen die Nachricht ungelesen als Spam gel\u00f6scht, da deren Absenderin (vermutlich aus Versehen) den Betreff <strong>&#8222;Gl\u00fcckliches Neues Jahr!&#8220;<\/strong> gew\u00e4hlt hatte. Gott sei Dank ging ich auf Nummer sicher und \u00f6ffnete das Mail. Ich wurde nicht entt\u00e4uscht.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Auch wenn dieser Brief Sie sicherlich \u00fcberraschen wird, nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit um ihn zu lesen. Es ist sehr wichtig.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Hoppla! \u00dcberraschungen habe ich immer gerne und wenn&#8217;s wichtig ist&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ich bin Ross Petermans und ich arbeite bei einer Finanzhaus in den Niederlanden.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Eine Holl\u00e4nderin! Mit dem dazugeh\u00f6rigen niedlichen Akzent. <em>Ich arbeite bei einer Finanzhaus<\/em>. Linda de Moll h\u00e4tte es nicht sch\u00f6ner formulieren k\u00f6nnen. Doch, wie kommt die h\u00fcbsche Holl\u00e4nderin denn auf mich?<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ich habe Ihre Adresse durch den International Web Directory Online gefunden.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Heiliger Strohsack! Wo ich \u00fcberall verzeichnet bin! Ist ja nicht zu fassen! Doch Frau Petermans l\u00e4sst mir keine Zeit, mich zu wundern. Sie kommt gleich zur Sache.<\/p>\n<p><strong>&#8222;W\u00e4hrend unseres letzten Treffens und \u00dcberpr\u00fcfung der Bankkontos hat meine Abteilung ein unt\u00e4tiges Konto mit einer riesigen Geldsumme, US$ 6,500,000.00 (Sechs Million f\u00fcnfhundert tausend US Dollar) gefunden, das einem unseren gestorbenen Kunden geh\u00f6rt: Herr Williams aus England.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Sechs Million f\u00fcnfhundert tausend US Dollar! Ja, aber&#8230;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Er ist gestorben und hat keine Beg\u00fcnstigten hinterlassen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ach so.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wegen unseren Finanzhaus vorschriften kann nur ein Ausl\u00e4nder als n\u00e4chster Verwandten stehen und deshalb habe ich mich entschlossen Sie zu kontaktieren, um mit Ihnen zusammen zu arbeiten um diese unt\u00e4tigen Fonds zu reaktivieren<\/strong>.&#8220;<\/p>\n<p>Na, jetzt beginnt die Sache interessant zu werden. <em>Unt\u00e4tige Fonds<\/em>, f\u00fcr einen Schweizer wie mich eine furchtbare Vorstellung. Aber jetzt gehen wir die Sache ja an, Frau Petermans und ich. Geld muss arbeiten, das wissen wir seit einer TV- und Kino-Werbung doch alle. Wie kann ich denn helfen?<\/p>\n<p><strong>&#8222;In Namen meiner Kollegen suchen ich Ihre Erlaubnis als n\u00e4chster Verwandte unseres verstorbenen Kunden zu stehen, so dass die Fonds freigestellt und auf ihr Konto \u00fcberwiesen werden k\u00f6nnen. Sie w\u00fcrden zum n\u00e4chsten Verwandten des Beg\u00fcnstigten werden und die Fonds werden in Ihre Verantwortung freigestellt werden.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ja, aber warum&#8230;<\/p>\n<p><strong>Wir d\u00fcrfen mit ausl\u00e4ndischen Kontos nicht arbeiten, das k\u00f6nnte in der Zeit der \u00dcberweisung auffallen. Ich arbeite noch bei dieser Finanzhaus, das ist der eigentliche Grund, dass ich eine zweite Partei oder Person ben\u00f6tige, um mit mir\u00a0 zu arbeiten und Anforderungen als n\u00e4chster Verwandte zu schicken und auch um ein Bankkonto bereit zu stellen, oder eines bei einer neuen Bank zu er\u00f6ffnen, um die unt\u00e4tige Fonds zu erhalten.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Schon wieder dieses schreckliche Wort! Aber mit dem zweiten <em>dieser Finanzhaus<\/em> hat mich Linda \u00e4h Ross \u00fcberzeugt. Ich bin dabei! Was springt denn f\u00fcr mich dabei heraus?<\/p>\n<p><strong>&#8222;Am Ende der Transaktion werden Ihnen 40% Prozent zustehen, zur Seite gelegt und 60% werden f\u00fcr meine Kollegen und mich sein.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>40 Prozent! Von sechs Million f\u00fcnfhundert tausend US Dollar! Scheisse, das sind ja \u00fcber zweieinhalb Million US Dollar! Hoffentlich hat Frau Peterhans dieses Mail nur an mich geschickt! Zweieinhalb Millionen! Da kauf ich mir als erstes gleich ein <a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=115\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Marktforschungsinstitut<\/a> und setze es eine Woche lang ausschliesslich auf einen <a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?p=112\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Matratzenverk\u00e4ufer<\/a> in Z\u00fcrich an. Bloss, was muss ich f\u00fcr dieses viele Geld denn tun?<\/p>\n<p><strong>&#8222;Was ich von Ihnen verlange ist als n\u00e4chster Verwandte des Verstorbenen zu stehen. Ich besitze alle notwendigen Dokumente um die Transaktion erfolgreich zu verwirklichen. Weitere Informationen werden Sie so bald ich Ihre positive Antwort bekomme erhalten.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Ja, eilt es denn, Frau Peterhans?<\/p>\n<p><strong>&#8222;Ich schlage Ihnen vor so bald wie m\u00f6glich mir zu antworten. Wir haben nicht viel Zeit diese ungl\u00fcckliche Situation zu \u00e4ndern und ich bef\u00fcrchte, dass ohne Ihre Hilfe alles verloren gehen wird.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Uiuiuiuiui! Mein sch\u00f6nes Marktforschungsinstitut den Bach runter? Niemals! Schnell! Wann? Wo? Wie?<\/p>\n<p><strong>&#8222;Wegen der Vertraulichkeit bitte ich Sie mir auf meine privaten Email Adresse mit folgenden Angaben zu antworten: Vollst\u00e4ndiger Name, Adresse, Telefon- und Faxnummer. In Erwartung Ihrer Antwort, verbleibe ich, mit freundlichen Gruessen, Ross Petermans.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Tja, so schnell kommt man ans grosse Geld! W\u00e4hrend andere sich Tag f\u00fcr Tag 8 Stunden ans Fliessband ketten lassen und dennoch auf keinen gr\u00fcnen Zweig kommen, klicke ich mich ins Gl\u00fcck. Die Holl\u00e4nder waren mir schon immer sympathisch. Ich musste Ross (wir sind bereits per Du miteinander) danach auch bloss meine Kreditkarte mit Pin-Code nach Amsterdam schicken, damit sie das Geld ohne Verdacht zu erwecken \u00fcberweisen konnte. Die gute Frau denkt aber auch an alles. Um Zeit zu sparen habe ich meinen Job bereits gek\u00fcndigt und \u00fcberpr\u00fcfe seither t\u00e4glich den Kontostand.<\/p>\n<p>Und seit gestern geh\u00f6rt mir ein Marktforschungsinstitut.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" title=\"trennlinie\" src=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/wp-content\/uploads\/2008\/08\/trennlinie.gif\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"10\" \/><\/p>\n<p><em>Konsumtempel: Produkte, Markenartikel, Superschn\u00e4ppchen &#8211; Wer permanent an der Angel des Kapitalismus h\u00e4ngt, dem hilft ein Gang in den logor\u00f6ischen Erholungs-Schrein.<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.logoroe.ch\/?cat=54\"><em>Hier geht&#8217;s zu weiteren marktschreierischen Angeboten!<\/em><\/a><b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da das seit langem erwartete 2-Milliarden-Dollar-\u00dcbernahme-Angebot f\u00fcr Logor\u00f6.ch bisher nicht eingetroffen ist, musste ich einen anderen Weg zum Reichtum suchen. 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